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Sternbilder

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m nächtlichen Traumhimmel herrschte ein herrlich schräges Durcheinander. Die Sternbilder hatten offenbar kollektiv be­schlos­sen, ihre alten Rollen an den Nagel zu hängen und sich in etwas völlig Absonderliches zu verwandeln.
Der Große Wagen etwa hatte genug vom ewigen Herumziehen durch kosmischen Staub und erschien stattdessen als him­mel­blaues Gartensofa, das mit geschmeidig schwingenden, barock verzierten Beinen durchs Firmament stöckelte. Man hätte mei­nen können, es suche nach einem schattigen Plätzchen zwi­schen den Sternnebeln.
Die Zwillinge wiederum hatten jede Ähnlichkeit mit Menschen aufgegeben und bestanden nun aus einem blauen und einem weißen Dreieck. Harmonisch wie zwei akkurate Origami-Gesel­len saßen sie auf einer roten Decke und diskutierten vermutlich über Geometrie oder Picknickregeln für astrale Formen.
Von den Fischen war nur noch einer übrig, der andere hatte wohl genug vom kosmischen Aquarium und war kurzerhand davongeschwommen, wer weiß wohin. Der verbleibende Fisch blickte etwas ratlos hinterher, als würde er gleich fragen wollen, ob man ohne Partner überhaupt noch als Sternbild gelte.
Der Schütze hatte sich radikal minimiert: Aus dem maje­stä­tischen Bogenschützen war ein schlichtes Strich­männ­chen ge­worden, der Bogen auf mysteriöse Weise verschwunden. Viel­leicht war er in einem Schwarzen Loch gelandet oder wurde vom Sofa per Federmechanismus weggeschleudert.
Das Milchstraßenband hingegen erinnerte eher an einen inter­ga­laktischen Flohmarkt. Dreiecksraumschiffe mit ausla­den­den Kreuzantennen düsten geschäftig durcheinander. Gleich da­neben schwebte ein unscheinbares Quallenwesen, begleitet von einem Dreiaugenwasserkopf, der neugierig in alle Richtungen blinzelte und dabei gelegentlich Sternenstaub aufsog.
Und schließlich hing dort die Mondsichel, dünn wie ein blasser Fingernagel und so erschöpft, dass sie sich auf einen Stock stützte. In einem Anflug kosmischer Improvisation hatte sie sich Saturns Ring ausgeliehen, der ihr nun wie ein etwas schief sitzender Heiligenschein um die Schläfe lag.
So verwandelte sich der Nachthimmel in ein herrlich absurdes Theaterstück. Genug für einen Traum?

Veröffentlicht am
Dienstag, 25. November 2025
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