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kindertraum

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Das Kind in der Mitte.
Unter ihm: die Erde,
eine Kugel aus Glas,
innen bewegt sich etwas ,
langsam,
vielleicht ein Gedanke,
vielleicht der Atem des Wolfes.
Der Wolf, riesig,
aber zart, fast höflich.
Ein Auge,
wie das einer Katze,
das nie blinzelt,
nichts übersieht,
bedrohlich
nur durch seine Allgegenwart.
Sein Rückgrat ist gestreift,
wie eine Warnung,
ein Absperrband,
Aufmerksamkeit auf sich ziehend,
Ablenkung verhindernd,
Verletzlichkeit überspielend.
Die Zähne, riesig,
wie Orgelpfeifen,
beeindruckend,
doch keine Bedrohung
Die Größe des Tieres allein
gebiert die Angst
für das Kind.
Aus dem Wolf steigen Ballone,
wuchtig in der Wirkung,
wie große Monde
doch ein kleiner Stich
einer winzigen Mücke
ließe sie platzen.
Zwar laut,
doch dann verschwunden,
für immer.
Eine Implosion der Macht
in die Bedeutungslosigkeit
eines Punktes
ohne Dimension.
Im Hintergrund
zieht ein zweiter Wolf seinen Bahn.
Verkehrt, lauernd,
wie ein Spiegelbild,
das darauf wartet,
das Orginal zu ersetzen,
wenn dieses vertrieben wird.
Der Engel überragt alles,
nicht wirklich da,
mehr wie der Abdruck einer Idee.
Jeder Flügel ist anders,
wie Hilfe vielfältig ist,
nur Geste, aber raumgreifend,
bestimmend.
Ein Strich,
so unschuldig wie ein Atemzug,
verwandelt sich im Blick.
Er trägt Spitze, Richtung, Absicht.
Mächtigkeit im Tarnmodus
Wehrhaftigkeit im Wartestand.
Das Gesicht des Engels trägt ein Lächeln,
halb Trost, halb Erinnerung daran,
dass Trost ein menschliches Wort ist.
Über dem Kind steigen Flammen,
verwandeln sich
in die Hand des Schutzwesens,
verwandeln sich zurück in Feuer.
Das Kind schaut ängstlich,
vielleicht in sich hinein.
Der Engel als Schutz,
aber hinter dem Kind,
unbemerkt.
Alles ist durchsichtig.
Die Luft, der Blick, das Denken.
Selbst der Traum scheint sich zu fragen,
ob er noch träumt.

Veröffentlicht am
Sonntag, 9. November 2025
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